Barberini Museum zeigt Claude Monet

Claude Monet im Museum Barberini: Bilder des impressionistischen Malers, ausgewählt nach den Orten, die er besuchte und die ihn inspirierten

Claude Monet: Die berühmten Seerosen, Mohnblumen, Frauen mit Sonnenschirmen und das ländliche Leben: Das Museum Barberini in Potsdam zeigt die bisher größte Ausstellung des französischen Impressionisten Claude Monet in Deutschland.

Die in Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum organisierte Schau ist eine der umfangreichsten, die dem Künstler jemals in einem deutschen Museum gewidmet worden ist.

Das Potsdamer Museum Barberini geht in seiner neuen Ausstellung Orten nach, die den französischen Maler Claude Monet (1840-1926) inspirierten

Hasso Plattner Barberini Museum Potsdam
Hasso Plattner

Dr. Ortrud Westheider, Direktorin, Museum Barberini – Hasso Plattner – Dr. Christoph Heinrich, Direktor, Denver Art Museum (v.l.n.r.) zur Eröffnung Monet. Orte.

Anhand von über 100 Arbeiten spürt die Ausstellung den Orten nach, aus denen Monet Inspiration für seine impressionistische Freilichtmalerei bezog – von Paris und den Seine-Dörfern Argenteuil, Vétheuil und Giverny bis zu Reisezielen wie London oder Venedig.

Großzügig, auf drei Stockwerke verteilt, versammelt die Schau zahlreiche Schlüsselwerke aus sämtlichen Schaffensphasen. Sie ist die erste Ausstellung, die Monets künstlerischen Werdegang im Hinblick auf die Kategorien Ortswahl und Ortsbewusstsein in den Blick nimmt.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Gemälde von Monets Garten und Teich in Giverny, darunter mehrere seiner weltberühmten Seerosenbilder.

Präsentiert werden auf drei Etagen Orte und Landschaftsbilder, die Monets Stil mit beeinflusst haben: die Großstädte Paris und London, die Küste der Normandie und der Bretagne sowie südliche Reiseziele wie Antibes und Venedig.

Dr. Daniel Zamani, Kurator, Museum Barberini:

Daniel Zamani, Kurator, Museum Barberini.

„Wir haben hier – für das Museum Barberini ungewöhnlich – eine nummerierte Raumfolge angelegt. Das heißt: Man läuft durch insgesamt zwölf Themenräume, die verschiedenen Orten zugeordnet sind und die dann durch zwei Dokumentationsräume bereichert werden”.

Die Ausstellung sei „als Reise durch Monets Werk angelegt und solle die Besucher an die Hand nehmen“, sagte der Kurator.

Das wechselhafte Londoner Wetter brachte Monet, dem es um die Darstellung von Farbe und Licht bei seinen Werken ging, zur Verzweiflung, sagt Zamani. Wenn man nur kurz wegschaue, sei der Anblick schon wieder ein ganz anderer, so der Maler über die Stadt.

In einem anderen Ausstellungssaal kann man dem in Paris geborenen Künstler auf seinen Zugfahrten durch Frankreich folgen. Von seinem Gemälde des Pariser Bahnhofs Saint-Lazare (1877) zu der nur 15 Minuten Fahrtzeit entfernten französischen Gemeinde Argenteuil. Immer wieder fuhr er zwischen den Orten hin und her, bepackt mit Staffeleien und Farbpaletten, um dort „sur place“ („vor Ort“) zu sein.

Zu den Gemälden gehören Serien wie der Seerosenteich in Giverny oder die Waterloo Bridge, die Monet, nach Angaben von Kurator Zamani, bei seinen Besuchen in London 41 Mal porträtierte.

Mit den „Getreideschobern“ entwickelte Monet Ende des 19. Jahrhunderts sein Serienverfahren, das er später mit seinen Seerosenbildern fortsetzte – ein Wendepunkt in seinem Schaffen.

Der Getreideschober nimmt in dieser Serie eine herausgehobene Stellung ein, da die in Reihe stehenden Getreideschober hier nicht wie sonst vor dem geraden Horizont inszeniert werden.

Dieses Bild wurde 1892 von der Chicagoer Kunstsammlerin Bertha Palmer erworben, die damals eine der größten Sammlungen französischer Landschaftsmalerei außerhalb von Paris besaß, darunter allein neun Bilder aus dieser ersten Serie Monets.

Barberini Ankauf: Über die Bedeutung des Ankaufs sagte Museumsgründer Hasso Plattner: „Mit Monets Getreideschober hat die Hasso Plattner Foundation eine Ikone des Impressionismus für den Museumsbetrieb erworben. Meisterwerke wie diese gehören nicht weggeschlossen, sondern sollten öffentlich gezeigt werden. Im Museum Barberini wird das Bild für jedermann zu sehen sein.“

Direktorin Ortrud Westheider: „Mit Monets Getreideschober ist das Museum Barberini mit Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d’Orsay in Paris und dem Kunsthaus Zürich verbunden, die ebenfalls ein Werk aus dieser Serie besitzen.“

Monets Gemälde Getreideschober wird erstmals seit 1945 öffentlich ausgestellt und schon im Rahmen der umfangreichen Retrospektive Monet. In dieser Ausstellung wird das Bild in einen Dialog mit zwei weiteren Variationen der Getreideschober treten können: Das eine Bild stammt aus der Privatsammlung Hasso Plattners. Das andere ist eine Leihgabe aus der National Gallery of Australia in Canberra und befand sich früher ebenfalls in der Sammlung von Bertha Palmer.

Dr. Daniel Zamani, Kurator, Museum Barberini, Kurator, Dr. Daniel Zamani,

Kurator Daniel Zamani: „Was bei Monet immer wieder auffällt, in seiner ganz umfangreichen Korrespondenz, ist, dass er immer darüber schreibt, dass er eine Landschaft erst mal erschließen, erkunden muss“.

Magnat und Mäzen: „Es ist eine so tolle Sammlung, dass sie es verdient, gezeigt zu werden, also, dass andere sich auch daran erfreuen können“, sagt Hasso Plattner.

Sammlung Hasso Plattner

Das Museum Barberini in Potsdam wird ab Herbst die Impressionisten aus der Sammlung des Museumsgründers Hasso Plattner zeigen: Über 100 Meisterwerke von Monet, Renoir, Morisot, Sisley, Pissarro, Cross, Signac und weiteren Malern des Impressionismus und Postimpressionismus werden künftig dauerhaft im Museum Barberini präsentiert werden. Darunter sind allein 34 Gemälde von Claude Monet.

Mehr Monets sind außerhalb von Paris nirgends in Europa zu sehen.

Insgesamt werden über zwanzig Künstler in der Dauerausstellung vertreten sein. Ihre Werke unterstreichen die zentrale Rolle der Landschaftsmalerei zu jener Zeit. 

Hasso Plattner Museum Barberini Potsdam

Zur Vorstellung „Monet.Orte“ im Barberini Museum kündigte Hasso Plattner an

Bilder seiner Sammlung der ehemaligen DDR-Malerei sollen in das Haus „Minsk“ auf dem Potsdamer Brauhausberg ziehen. Das ehemalige Restaurant wird derzeit renoviert und zu einem Museum umgebaut. Dort sollen die Bilder, und andere Wechselausstellungen, gezeigt werden. „Wir werden dort ein bisschen mehr Buntes machen. Jüngeres. Zeitgenössisches“, so Plattner.

Museum Barberini, Humboldtstraße 5-6, D-14467 Potsdam. www.museum-barberini.com

Ein Beitrag von Gerald H. Ueberscher.  

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